Leimbachtal

Es hätte ein Ausflug werden sollen, auf dem viele Bergvögel zu sehen sind. Nun ja, es wurde dann anders. 

Ich bin in Kemmeriboden gestartet und kam schon bald auf einen Pfad der wohl als Vorläufer des heutigen Pavé gilt. Steil, grob und des schlechten Wetters wegen auch rutschig ging es hoch bis sich das Gelände öffnete.

 

Der Leimbach ist ein Bach der auf 1130m in die Emme mündet. Die Emme entspring auch in dem Gebiet zwischen Hogant und Augstmatthorn im Kanton Bern direkt an der Grenze zum Kanton Luzern.

Ällgäuwhoren ( Brienzergrat)
Ällgäuwhoren ( Brienzergrat)

Bis zu diesem Punkt gab es nur sehr wenig Vögel zu sehen. Ausser ein paar Singdrosseln, die auf den Tannenspitzen herumjodelten und neugierige Tannenmeisen, war es doch sehr ruhig.

 

Doch als der Weg mich an einer Alphütte vorbeibrachte staunte ich nicht schlecht. Etwa 80m vor mir hopste eine Herde Rothirsche an mir vorbei. Wie so oft hatten mich die Tiere zuerst entdeckt und ich war überhaupt nicht bereit um zu fotografieren. Eine Hirschkuh - von den ca. 15 Tieren- hatte ich glücklicherweise doch noch erwischt. 

Meiner Meinung nach sieht das Fell nicht besonders gesund aus, aber ich kenn mich da nicht besonders aus. Wenns ein Fuchs wäre hätte ich auf die Räude getipt. (Hinweise willkommen)

Ich lief weiter ins Tal und erfreute mich über die krächzenden Fichtenkreuzschnäbel. Zuoberst Mama, dann die zwei Kids und unten knabbert Papa an den Zapfen rum. Mit ihren gekreuzten Schnäbel sind sie bestens ausgerüstet um die Samen heraus zu popeln.

 

Bald traf ich auf die Abzweigung um weiter nach Habkern zu gelangen. 3h stand geschrieben. Meine Motivation dafür war wegen dem prognostizierten Regen nicht besonders hoch und wurde dann gänzlich zerschlagen als ich den Schnee auf dem Weg sah. Ich steckte dieses Jahr schon zu oft bis zu den Knien im Schnee und hatte auch keine Lust auf nasse Füsse. Ja ich brauche neue Wanderschuhe! Also kehrte ich um und ging auf der Forststrasse weiter ins Tal.

Gummhoren (Brienzergrat)
Gummhoren (Brienzergrat)

Hinter einem Brennholzlager befand sich ein kleiner Tümpel mit unglaublich vielen Bergmolchen drin. Sie verkrochen sich unter dem modrigen Laub, dass sich im Teich befand, aber an die 30 Stück konnte ich in etwa ausmachen. Zu den Lurchen hatte es noch viel Froschlaich und was ich schon lange nicht mehr hatte: Krötenlaich. Dieser ist an Schnüren und nicht wie beim Frosch als Ballen vorhanden.

Oben Rechts sind die Schnüre mit dem Krötenlaich

Leider lag bei der Brücke über den Leimbach Schnee und es hatte begonnen zu Regnen. Somit sah ich mich gezwungen den gleichen Weg zurück zu laufen wie ich gekommen bin. Dabei sah ich noch ein paar Erlenzeisige und Wiesenpieper mit ihrem lustigen Sinkflug. Erstaunlicherweise sah ich keinen einzigen Specht und auch kein Greifvogel, dafür gab es auf Rückweg nochmals ein paar Hirschkühe die den tollen Morgenspaziergang abrundeten.

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