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Gurnigel-Stockhorn

Nüneneflue - Gantrisch - Bürgle - Ochse
Nüneneflue - Gantrisch - Bürgle - Ochse

Kurz vor meinen Ferien hatte ich noch 4x Nachtschicht. Ich pflege es so, dass ich nach meiner letzten Nacht jeweils versuche mich bis am Abend wach zu halten. Somit ging es um 07 Uhr morgens direkt auf den "Gürbeschnägg" nach Toffen um von dort aus mit dem Postauto hoch zur Gurnigel- Wasserscheide. Es war ein prächtiger Sommertag und ich war sehr motiviert für die bevorstehende Tour. Sie sollte von der Wasserscheide über den Leiterepass, am Fusse der Chrummfadeflue und Homad, runter zur Walalp führen. Dann rüber zum Oberstockensee, der sicher jedem Berner ein Begriff ist, und schlussendlich runter nach Erlenbach im Simmental. Nun ja, soweit die Theorie.

Gustiberg
Gustiberg

Ich fuhr also los und genoss die milden Temperaturen. Es war eine Freude die Berge in diesem Licht zu sehen und so gelang ich schon nach kurzer Zeit zum Leiterebode wo sich der Weg nach oben teilte. einmal Leiterepass 35' oder 1h30'. Ich dachte, dieser Umweg wird sicher gemütlich und ich war gut in der Zeit. Naja, falsch gedacht. Der 200hm- Aufstieg war sehr Zäh und ich musste mein Bike fast die ganzen Steigung auf der Schulter tragen. Aber ich war ja motiviert und so erreichte ich bald die Schwalmere.

Schwalmere
Schwalmere

Geschafft, endlich oben, dass heisst ab jetzt gehts erstmal eine Zeit lang runter. Dachte ich.  Der Weg sah so viel versprechend aus, entpuppte sich aber als der reinste Anti-Flow-Trail! Es war eine äusserst zermürbende Angelegenheit. Ich kam bis zur Nordwand vom Stockhorn nie in den Flow. Der Trail ging stehts 20-50 runter um dann gleich wieder hoch zu fahren /schieben/ tragen. Sah auf der Karte definitiv besser aus.

Langsam sah ich Schwarz
Langsam sah ich Schwarz

Auf der Walalp angekommen war ich eigentlich schon platt und ich wollte eigentlich nur noch runter. Aber das ging ja von dort aus nicht. Ich hatte keine vernünftige Alternative und so fuhr ich über das Bättelwägli Richtung Oberstockensee. Der ging sogar Berg abwärts.. zu Beginn.. dann wieder hoch. Und steil. und wieder tragend erreichte ich endlich den See. Der war ein wares Idyll aber ich war so fertig dass ich nur noch weiter wollte.

Oberstockensee
Oberstockensee

Nach einer kurzen Zwangspause am See durfte ich abermals 200hm hoch zur Strasse, die mir langsam aber sicher wie eine Fata-Morgana erscheint aber auch runter führen sollte. Dort hat sicher der eine oder andere schon ein Trotti gemietet. Ich freute mich insgeheim auf den Wanderweg-Downhill runter ins Dorf der die Strasse kreuzt. Bei der ersten Einfahrt sah ich aber nur Treppen. Bei der zweiten war alles mit hohem Grass überwachsen. Ich war echt fertig und so ging ich tatsächlich die 1000downmeter auf der Strasse runter. Ich fühlte mich gut für mein Engagement und war zugleich deprimiert für diese Kacktour. Vielleicht wäre es anders gewesen wenn ich nicht nach der Nachtschicht gestartet wäre - wir werden es nie erfahren ;-)

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