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Domodossola & Moncucco

Bestes Wetter und viel freie Zeit lockten mich ins schöne Norditalien nach Domo. Ich hatte zwei Tage Zeit mich auszutoben und ich hatte natürlich 2 Touren im Sinn.

Die erste Tour führte mich zuerst Richtung Simplon, unter dem grossen Marmorbruch durch, runter zum idyllischen Bach namens Tosa. Dort ging es über die alte Brücke, dann wieder hoch bis nach Montecrestese. Wäre da nicht der rasante Singletrail, wüsste ich nicht was die Menschheit in diesem kleinen Dorf anzustellen hätte. Da ich allein Unterwegs war und es jeden Sturz zu vermeiden gilt, konnte ich leider nicht alle Passagen fahren. Es hatte ein paar richtig knackige Stufen, bei denen ich es gerne riskiert hätte durch zu brettern. Aber wie es halt ist: safety first. Dafür hatte ich Zeit eine Schlange zu beobachten und ein paarmal kam ich vom Trail ab und ich musste mich zurückkämpfen um in der Spur zu bleiben. 

 

Boulder & Bike // Auf dem Weg nach dem 1. Anstieg, bevor man über einen flotten Singletrail zur Tosa runterbraust
Boulder & Bike // Auf dem Weg nach dem 1. Anstieg, bevor man über einen flotten Singletrail zur Tosa runterbraust
Place to be. Chilliges Plätzchen an der Tosa
Place to be. Chilliges Plätzchen an der Tosa
Alte Brücke in Pontemaglio
Alte Brücke in Pontemaglio

Immer wieder gibt es in Norditalien, wie auch im Tessin, völlig verwahrloste Häuser, die sich die Natur zurückholen will. Für mich ist es immer wieder verstörend solche Häuser zu passieren. Man spaziert einfach durch den Garten und schaut ins Innere der Häuser. Oft sieht man neue Schlösser an den Türen von den Ruinen und ich fühle mich beobachtet. Ich bin immer froh, wenn ich es hinter mir habe. 

Auf der Suche nach dem Trail
Auf der Suche nach dem Trail

 

Unten im Tal konnte ich nicht wiederstehen noch kurz beim Agriturismo vorbei zu schauen und lecker Käse und Wurst zu kaufen. Über Masera ging es weiter hoch nach Trontano in den Wald. Dort kam dann endlich das Highlight der ganzen Tour. Nach cirka 400 Höhenmeter bergauf, stand ich ein wenig unterzuckert vor einem wunderschönem und fetzigen Singletrail, der mich über Anleger-kurven durch den Urwald anmutenden Wald, wieder runter ins Tal brachte.

Borneo oder Piemont?
Borneo oder Piemont?

Moncucco

Am zweiten Tag nach einer erholsamen Nacht in einem super Hotel im Zentrum von Domo ging es gestärkt auf meine zweite Tour. Ich wusste, dass es hart werden kann, aber dass ich so endlos hochschieben muss, hätte ich doch nicht gedacht.  Von 1400 Höhenmeter ging es nur 64m runter und fast der ganze Rest war dermassen steil, dass ich schieben musste. Zum Glück war der grösste Teil des Weges im Wald und einige lausche Plätzchen waren doch noch anzutreffen.

Alte Mühle
Alte Mühle

Als erstes ging es hoch zur Sacro Monte Calvario di Domodossola, ein altes Kloster über der Stadt. Darauffolgend gabs eine lange gemütlich steigende Traversenfahrt, vorbei an einer alten Mühle und ein paar Geisterhäuser, bis ich hoch über dem Tal die Kirche Tapia erreichte.

Chiesa di Tappia mit seinen Bewohnern
Chiesa di Tappia mit seinen Bewohnern

Nach der Kirche gings weiter hoch bis ich auf 1380mdie Alp "Corte dei Raffi" kam. Ein lauschiges Plätzchen muss hierzu sagen. Doch hinter den verlassenen Häusern ging es dann richtig ab und ich konnte oft nur dank GPS den Weg erkennen und begehen. Es war hart und ich fand meine Grenze was Motivation und Kraft anging. 

Zuerst noch ein guter Forstweg bis ich auf den "cammino dall'orrore" traf.


Nach den finalen 300 Höhenmeter auf besagtem Waldweg hatte ich es endlich geschafft, Das Kind war geboren und ich freute mich auf die bevorstehende Abfahrt runter nach Domodossola. 

"cammino dall'orrore"
"cammino dall'orrore"

Ganz nach meinem Geschmack. Für diese Momente lohnt sich der Aufwand.
Ganz nach meinem Geschmack. Für diese Momente lohnt sich der Aufwand.

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